2008-10-14 Buero des Kinderheims Bethesda
Ping aan! Uo dschiau he ti-na! Uo sch dschiou suey! Uo men, o tsche ni han uo tschu zai Hua liaen zai Bi se da. Zai de guo, uo dschiou baba, maama han liang ge didi. Zai Hua liaen uo dschiou er sch didi han meimei han s laosche! Uo ai tamen! Han tamen ai uo!
Ja, das soll Chinesisch sein. Der verzweifelte Versuch einer Kurzzeitlerin, deren groesstes Problem es ist, die Sprache des Gastlandes zu verstehen. Und der Versuch, den Besuchern dieser Seite ein bisschen meine Situation naeher zu bringen. Die Uebersetzung dieses Textes... nein, ich werde das nicht uebersetzen, denn auch ich bekomme oft nicht das uebersetzt, was mir gesagt wird und muss versuchen, alles aus dem Zusammenhang zu erschliessen. Es muss dazu gesagt werden, dass dieses Chinesisch kein Chinese verstehen wuerde, da weder Toene eingezeichnet und die Woerter sehr stark romanisiert sind.
Ich habe mich mittlerweile gut hier eingelebt und bekomme ein wenig Routine in meiner Arbeit. Diese Woche habe ich Fruehdienst. Das heisst, um 5 Uh 45 morgens aufstehen, um halb 7 eines der Kinder wickeln, anziehen und ihm die Zaehne putzen und das Gesicht waschen. Danach Fruehstueck und dann gehts mit den Kindern ab zur Bushaltestelle, direkt vor unserem Heim. Im Schulbus sind immer drei Lehrerinnen oder zwei und eine Kurzzeitlerin. Wir helfen den Kindern aus dem Bus in die Schule und fahren dann wieder nach Hause.
Meine zwoelf Kinder gewoehnen sich an mich und jeden Tag bekomme ich Liebesgestaendnisse (uo ai ni!):-). Meine beiden Betreuungskinder gehorchen mir meistens ganz gut und die Hausaufgaben mit U tsch ue machen sehr grosse Fortschritte. Sie konnte naemlich keine geraden Striche ziehen als ich gekommen bin und wir haben das so lange trainiert, bis sie es konnte. Jetzt muss sie schon X und T ueben. Sehr gut! (hau bang!). Die beiden Zeichen sind hier uebrigens keine Buchstaben wie bei uns, sondern gehoeren zur chinesischen Lautschrift Boepoemoefoe! Da steht das X fuer U und das T fuer sh. Fuer den Chinesischunterricht muessen wir die Lautschrift lernen. Das hat zum Vorteil, das wir uns spaeter Geheimnachrichten schreiben koennen, die nur die Chinesen verstehen.
Heute hat Jenny sich einen Motorroller gekauft. Ich werde nachste Woche den Fuehrerschein dafuer machen und dann auch hoffentlich bald durch den taiwanischen Verkehr duesen!
Am Wochenende haben wir uns in der Tarokkoschlucht erholt. Da wurde mit einem Urstamm getanzt, viel gewandert, Affen beobachtet und natuerlich ganz viele schoene Fotos gemacht!
Davon spaeter mehr!
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