Samstag 2008. 10. 18. Hualien, Taiwan
Wieder ist eine turbulente Woche vorrueber gegangen. Ich habe festgestellt, dass es um einiges angenehmer ist Fruehdienst zu haben und abends frueher nach Hause gehen zu koennen. Die Arbeit mit den Kindern, sie morgens beim Aufstehen zu sehen und zu helfen, macht sehr viel Spass. Ich habe ein Kind zugeteilt bekommen, dass ich morgens anziehe, wickel und fuer ihn das Bett mache und ihm beim Zaehneputzen helfe. So viel geschwitzt wie bei dieser Arbeit habe ich noch nie! Der Junge sitzt im Rollstuhl und ist relativ bewegungseingeschraenkt, was mir die Arbeit nicht gerade erleichtert. Aber dafuer werde ich mit dem schoensten Lachen belohnt und kann die Freude in seinen Augen lesen, dass sich jemand um ihn kuemmert. Danach gehts mit den Kindern zur Schule und schliesslich darf ich mich zum Fruehstuck an meinem schoenen Platz in der Kueche setzen.
Gestern haben wir sage und schreibe 600 Cupcakes gebacken. Dafuer standen wir dreieinhalb Stunden in der Baeckerei und ich hab mir dreimal die Haende verbrannt, aber es hat sich gelohnt. Heute morgen um halb neun standen wir fix und fertig auf dem Basar der von unserem Heim veranstaltet wurde und verkauften unsere Cupcakes (Hao Tsch: Schiaukeli). Nach zwei Stunden waren saemtliche Cupcakes verkauft und wir hatten nasse Fuesse, denn es regnete so stark, dass das Zelt durchgeweicht war und der Boden unter Wasser stand.
Waehrend dem verkaufen wollten Einige Fotos mit Jenny und Judy, Monikas amerikanischer Freundin, machen. Die drei westlichen Damen an dem mittleren Stand fielen stark auf und eventuell wurde noch ein wenig mehr gekauft, weil wir da waren. Man muss hier echt aufpassen, dass man keine Starallueren bekommt.;-)
Eines meiner Kinder - dem ich eine steile Karriere prophezeie- sang auf der Buehne mehrere Lieder und ich war unwahrscheinlich stolz. Der Junge ist normalerweise sehr zurueckgezogen, aber er ging so stark in seinem Gesang auf, war so am Strahlen, ich haette ihm das nicht angemerkt, wenn ich es nicht gewusst haette. Eventuell wird er irgendwann eine CD aufnehmen.
Ich glaube, dass Gott mir eines der Kinder sehr aufs Herz gelegt hat, aber noch weiss ich nicht, warum er das getan hat. Der Junge ist mir naemlich schon in der ersten Veranstaltung aufgefallen als wir begruesst wurden, aber ich habe keine Ahnung, was da meine Aufmerksamkeit auf ihn gelenkt hat. Es waere ein Gebetsanliegen, herauszufinden, warum ich mir so viel mehr Gedanken ueber ihn mache, als ueber die anderen Kinder. In diesem Sinne, Gottes Segen und alles Gute!
Katha
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