Samstag, 27. Dezember 2008

Ja, ich lebe noch!:-)

Endlich nehme ich mir wieder die Zeit zu schreiben. In den letzten Wochen ist so viel passiert, dass ich am Ende echt froh war als wir unser Zweierweihnachtsfest hatten. Insgesamt hatten wir neun Weihnachtsfeiern. Angefangen hat es vor zwei Wochen, als ich aus Taipei kam. Was ich dort gemacht habe??? Mir Riverdance angeguck!! Wunderschoen und echt sehenswert!


Zwei Tage danach hat die Weihnachtsfeier fuer die Mitarbeiter stattgefunden. Dabei gab es verschiedene Auffuehrungen von den Mitarbeitern, eine Andacht von Monika und eine Art Wichteln. Dabei bin auch ich nicht leer ausgegangen. ;-)

Am Tag darauf hatten wir die Feier fuer die taiwanische Highsociety, Aerzte, Vertreter von der Regierung, etc. Dabei haben die Kinder getanzt, es wurde ein Stueck aufgefuehrt, die Mamas haben gesungen und meine Orffgruppe hat zwei Lieder vorgespielt. Am Samstag darauf habe ich mit meinen Schuelern ein letztes Mal das Musical eingeuebt. Danach war ich zu der Weihnachtsfeier der Gemeinde eingeladen. Auf dieser wurde natuerlich auch gesungen, getanzt und gegessen... wie koennte es anders sein.;-) Essen wird hier in Taiwan ganz gross geschrieben und die Urstammzugehoerigen haben die Musik im Blut.


Am Sonntagmorgen wurde das Stueck dann aufgefuehrt und ich muss leider sagen: Es haette laenger sein koennen. Das was sie gemacht haben war gut, aber es war superkurz und der Sinn des Stueckes wurde durch Monikas Predigt (danke Monika!) erst klar.Naja, Maeo ban fa, wie der Chinese sagen wuerde.

Am Abend gab es die gleiche Auffuehrung wie fuer die Highsociety noch mal fuer die Eltern, Lehrer und Freunde der Kinder. Die Kids waren dementsprechend auch viel aufgeregter. Bei uns "Erwachsenen" (so erwachsen fuehle ich mich noch gar nicht) war es wahrscheinlich eher umgekehrt. Bei mir auf jeden Fall. ;-)


Montag darauf ging es fuer mich ab, nach Geschenken gucken und danach Pizza holen, die ich mit einer Angestellten aus dem Buero zu Monika und Judy in das Hochsicherheitsgefaengnis gebracht habe. Dort gab es die Weihnachtsfeier fuer die Frauen und ich muss sagen: Keiner dieser Frauen haette ich ein schwereres Verbrechen als eine Notluege zugetraut, aber sie sitzen ein wegen Mord, Geldhinterziehung und Drogen... Total krass!


Und am Dienstag war endlich die Kinderweihnachtsfeier. Nach einem Festessen, fuer das extra ein Koch gekommen ist, gabs eine Vorfuehrung (mit mir in der stummen Hauptrolle;-)) und dann sind die Kinder in ihre Stockwerke gegangen, wo nach vier Spielen die Geschenke verteilt wurden und schliesslich alle ins Bett gingen.


Mittwoch hatte ich schio schi! (frei)

Wie schoen! Nach Hausputz und allerlei anderem, haben Monika und ich das Schaschliksspiessessen vorbereitet. Um vier Uhr gabs Kaffeetrinken und reden, dann haben wir uns die Weihnachtsgeschichte auf DVD angeguckt und gesungen und nach den Geschenken wurde gegessen.

Nach einem schoenen Tag habe ich mich Abends hingesetzt, bin nach zwei Wochen wieder innerlich zur Ruhe gekommen und habe Stille Zeit gemacht. Das war auch bitter noetig!


Tags darauf hatten wir Besuch von Judy, mit der wir einen DVD Nachmittag gemacht haben. Von ihr habe ich ein Kochbuch geschenkt bekommen... Chinesisch! Da koennen sich meine Familie und mein Jugendkreis Zuhause freuen.:-)


Auch sonst bin ich reich beschenkt worden, nicht nur mit materiellen Dingen, sondern auch mit viel Liebe, Fuersorge und Freundschaft. Dafuer danke ich Gott, denn manchmal ist es doch ein wenig schwer, alleine in einem fremden Land zu sein.

Samstag, 29. November 2008

Weihnachtsstress und Wetterlage

Konni, das bitte nicht rumschicken.;-) Wir skypen heute Abend am besten nochmal!

Diese Woche verging wie im Flug. Letzte Woche haben wir begonnen fuer Weihnachten zu schmuecken und diese Woche bekamen wir die Weihnachtsvorbereitungen zu spueren. Besonders Monika, die jetzt an allen Ecken und Enden gefordert ist.

Fuer mich waren die Aenderungen nicht ganz so bedeutend, aber wirklich freie Zeit hatte ich nicht. Mit der Orffgruppe ueben wir jetzt zweimal die Woche und weil ich erst vor kurzem eingestiegen bin, bedeutet das fuer mich: ranhalten!

Mein Stock hat sich mit einem anderen Stock zusammen getan und gemeinsam singen die Kinder Weihnachtslieder. Naechste Woche wird gebastelt, wofuer ich etwas vorbereiten soll. Dabei wollte ich eigentlich versuchen, alle 26 Kinder zu beruecksichtigen und den Kindern, die weniger behindert sind auch schwerere, den anderen leichtere Sachen geben, doch die Lehrerin meinte nur: duo ke i! Alles geht.;-) Bei schwereren Sachen helfen die Lehrer einfach den Kindern.

Mein Musical ist geschrieben! Die Musik dafuer habe ich auch schon auf Cd und heute werde ich es meinem Englischkurs geben. Ich bin gespannt, ob das mit dem Ueben alles so klappt, wie ich es gerne haette. :-)

Gerade kam meine ehemalige Chinesischlehrerin herein und hat mir zwei Taschen geschenkt, eine fuer irgendwelche Sachen und eine fuer Staebchen. Ich werde hier echt verwoehnt!
Das bringt mich gleich zum naechsten Punkt: Chinesisch. Mit meiner neuen Chinesischlehrerin habe ich letzte Woche eine Zweitagerundfahrt ueber Taiwan gemacht. Das war sehr witzig, zumal wir uns in einem Gemisch aus Englisch und Chinesisch unterhalten und wenn es gar nicht mehr ging, einen Translator benutzt haben. Wir sind ueber die Berge, wo wir Affen gesehen haben (je hoeher wir kamen, desto kaelter wurde es und desto mehr Sachen mussten wir anziehen), auf die andere Seite der Insel, haben dort in Chiayih uebernachtet und sind dann zu einem Handarbeitsmarkt auf dem man alle moeglichen traditionellen Sachen kaufen konnte. Dann ging es weiter an die Spitze der Insel und wieder zurueck nach Hualien.
Sie bringt mir jetzt auch meine ersten chinesischen Zeichen bei. Das ist echt interessant, weil jedes Zeichen auch wieder in einem anderen vorhanden sein kann und das Ganze eigentlich relativ logisch aufgebaut ist. Zum Beispiel findet man in den Zeichen fuer Frauen (Mama, Oma, Schwester, etc.) auch immer das Zeichen fuer Frau und kann sich erschliessen: Wenn dieses Zeichen in dem Zeichen vorhanden ist, dann handelt es sich um eine Frau, von der hier die Rede ist.

Das Wetter: Es ist wirklich kalt geworden. Bei 10 Grad kann sogar hier Weihnachtsstimmung aufkommen, da die feuchte Luft sich auch noch kaelter anfuehlt. Am Mittwoch war ich erstmal ein paar Wintersachen einkaufen, an denen mangelte es mir naemlich ziemlich. :-)

Sonntag, 16. November 2008

Cady alone in Taiwan...

Sonntag der 16. November 2008

Eine Trubelwoche liegt hinter mir. Sonntag hat Jenny mir erfoeffnet, dass sie so schnell wie moeglich abreisen wird und ich musste mich an den Gedanken gewoehnen, von nun an alleine hier zu leben. Montag ist ein Fotograf aus Deutschland gekommen, der Fotos von den Kindern gemacht hat, die in das Prospekt fuer das Patenschaftsprogramm aufgenommen werden. Dienstagabend habe ich zum letzten Mal mit Jenny zusammen eine Auffuehrung fuer die Erwachsenen gemacht. Mittwoch gab es ein Essen in einem der besseren Restaurants hier. Zwischendrin wurde immer wieder fotografiert, ein paar Mal habe ich Kinder aus ihren Stockwerken mit nach unten genommen. Ebenfalls am Mittwoch ist meine Familie zum ersten Mal schwimmen gegangen. Naechste Woche soll ich dann mit ins Wasser, diese war ich noch sehr unvorbereitet. Donnerstag ist Jenny abgereist, nachdem wir am Morgen nochmal in die wnuderschoene Tarokkoschlucht gefahren sind. Am Abend habe ich Monika und den Fotografen zur Orffgruppe begleitet und war so begeistert, dass ich mich prompt habe einspannen lassen und jetzt erstmal Xylophon zu spielen versuche. Freitagmorgen ist der Fotograf weiter nach Japan abgereist und Monika hatte am Abend, als ich aus meiner Familie wiederkam, einen Kuchen gebacken und wir haben noch lang geredet. Samstag war eine Veranstaltung fuer meine Kinder von der Schule gegenueber, mit Taenzen und basteln.

Abends habe ich das erste Mal alleine Englischunterricht gegeben. Ich war so aufgeregt! Aber meine Schueler waren sehr aufmerksam und demnaechst werden wir anfangen fuer unser Weihnachtsmusical zu ueben (das ich schreiben werde...:-0)

Heute habe ich einne neue Gemeinde besucht und bin dort sehr nett aufgenommen worden. Ich denke, dass das die Gemeinde wird die ich fuer den Rest meines Jahres hier besuchen werde.

Zunaechst hatte ich sehr viel Angst, dass ich das hier nicht allein schaffen werde, aber ich habe soviele tolle Menschen um mich herum. Die Mitarbeiter aus dem Buero haben gehoert, dass ich alleine bin und gleich gesagt: wir sind deine Freunde, du kannst jederzeit mit uns reden.

Und eine der Lehrerinnen, die mich auch weiter in Chinesisch unterrichten wird, hat mich zu sich nach Hause eingeladen und auf dem Weg dahin werden wir ueber die halbe Insel fahren.

Gott hat mich hier echt mit tollen Menschen gesegnet!

Samstag, 1. November 2008

Von Hitze, Herbst, Taibei und der Liebe

97. Jahr 11. Monat 1. Tag 7. Woche in Taiwan

Schon wieder hat ein neuer Monat angefangen. Seit zwei Tagen ist es in Taiwan unglaublich schwuel. Ich wuerde am liebsten den ganzen Tag unter der Dusche stehen und Deo benutzen, aber es muss ja auch mal gearbeitet werden! :-)
Dabei fangen wir hier eigentlich schon an zu frieren. Die Kinder haben ihre langen Sachen ausgepackt und in den Laeden werden fast nur noch Herbstsachen verkauft. Das ist ja auch kein Wunder, bei 24 bis 27 Grad! ;-) ;-)

Letztes Wochenende waren wir in Taibei und haben ungefaehr die Haelfte aller dort vorhandenen Sehenswuerdigkeiten besichtigt. Den Schlangenmarkt, mehrere grosse Tempel, die Xiang-Kai-Shek Memorial Hall, den Peace Parc, das aelteste Wohnhaus dort und wir waren auch ganz kurz im Museum fuer finest art, beschlossen aber, doch nicht in die Ausstellung zu gehen. Dazu hatten wir einfach keine Geduld mehr. Ausserdem ging es natuerlich wieder auf den Shilin- Nightmarket, einer der groessten Nachtmaerkte Taiwans.
Dort riecht es nach Essen, Menschen und Tieren, nach Kleidern und Getranken und man hoert unwahrscheinlich viele und laute Stimmen. Nicht zu vergessen die fliegenden Haendler, die einen in der schmalen Gasse fast umrennen, wenn die Polizei auf ihren Rollern auftaucht.

Trotzdem habe ich mich wieder auf unser Zuhause gefreut. In meiner Arbeit ist definitiv der Alltag eingekehrt. Ich weiss wo meine Aufgaben liegen und was ich mir ungefaehr bei welchem Kind erlauben kann. Demnaechst fange ich an, an den Weihnachtsgeschenken zu basteln und die Kinder proben jetzt schon fuer ihre Auffuehrungen bei den vielen Veranstaltungen, die in der Zeit stattfinden werden.

Vor kurzem hatte ich mehrere sehr schoene Erlebnisse. Von zweien will ich erzaehlen:
Das Maedchen um das ich mich kuemmere, U ch ue, sollte am Abend ins Bett gehen. Waehrend ich sie wickelte, fing sie auf einmal an zu weinen. Ihr koennt euch vorstellen wie erschrocken ich war, weil ich dachte, dass ich sie verletzt haette. Also nahm ich sie auf den Arm mit zu der verantwortlichen Lehrerin, die mir erklaerte das meine Suesse weine, weil ich gleich nach Hause gehen wuerde. Die Kleine legte ihre duennen Aermchen ganz fest um meinen Hals und wollte mich gar nicht mehr loslassen, bis ich ihr sagte, dass ich am naechsten Tag ja wiederkommen wuerde.

Am Donnerstagmorgen hatten wir wie immer Fruehdienst. Da ich einem der Jungs im Rollstuhl beim Aufstehen helfe und damit zu einem bestimmten Zeitpunkt fertig sein muss (es muss morgens immer sehr schnell gehen), kam ich zehn Minuten frueher zur Arbeit. Ausser meinem Spezi dschin z an war noch keiner im grossen Essraum und auch er hatte noch seinen Schlafanzug an. Als er mich sah, rief er laut: Tina! Hen piau liang! (das ist wieder romanisiert! und heisst uebersetzt: Tina! Wie wunderschoen!) und rannte zu mir, um mich zu umarmen.

Mit solchen und aehnlichen Erlebnissen versuesst Gott mir hier mein Leben und lehrt mich was es heisst, Liebe zu geben und was man dafuer im Gegenzug wieder erhaelt!

Samstag, 18. Oktober 2008

Starallueren, grosse Saenger und nasse Fuesse

Samstag 2008. 10. 18. Hualien, Taiwan

Wieder ist eine turbulente Woche vorrueber gegangen. Ich habe festgestellt, dass es um einiges angenehmer ist Fruehdienst zu haben und abends frueher nach Hause gehen zu koennen. Die Arbeit mit den Kindern, sie morgens beim Aufstehen zu sehen und zu helfen, macht sehr viel Spass. Ich habe ein Kind zugeteilt bekommen, dass ich morgens anziehe, wickel und fuer ihn das Bett mache und ihm beim Zaehneputzen helfe. So viel geschwitzt wie bei dieser Arbeit habe ich noch nie! Der Junge sitzt im Rollstuhl und ist relativ bewegungseingeschraenkt, was mir die Arbeit nicht gerade erleichtert. Aber dafuer werde ich mit dem schoensten Lachen belohnt und kann die Freude in seinen Augen lesen, dass sich jemand um ihn kuemmert. Danach gehts mit den Kindern zur Schule und schliesslich darf ich mich zum Fruehstuck an meinem schoenen Platz in der Kueche setzen.

Gestern haben wir sage und schreibe 600 Cupcakes gebacken. Dafuer standen wir dreieinhalb Stunden in der Baeckerei und ich hab mir dreimal die Haende verbrannt, aber es hat sich gelohnt. Heute morgen um halb neun standen wir fix und fertig auf dem Basar der von unserem Heim veranstaltet wurde und verkauften unsere Cupcakes (Hao Tsch: Schiaukeli). Nach zwei Stunden waren saemtliche Cupcakes verkauft und wir hatten nasse Fuesse, denn es regnete so stark, dass das Zelt durchgeweicht war und der Boden unter Wasser stand.

Waehrend dem verkaufen wollten Einige Fotos mit Jenny und Judy, Monikas amerikanischer Freundin, machen. Die drei westlichen Damen an dem mittleren Stand fielen stark auf und eventuell wurde noch ein wenig mehr gekauft, weil wir da waren. Man muss hier echt aufpassen, dass man keine Starallueren bekommt.;-)
Eines meiner Kinder - dem ich eine steile Karriere prophezeie- sang auf der Buehne mehrere Lieder und ich war unwahrscheinlich stolz. Der Junge ist normalerweise sehr zurueckgezogen, aber er ging so stark in seinem Gesang auf, war so am Strahlen, ich haette ihm das nicht angemerkt, wenn ich es nicht gewusst haette. Eventuell wird er irgendwann eine CD aufnehmen.

Ich glaube, dass Gott mir eines der Kinder sehr aufs Herz gelegt hat, aber noch weiss ich nicht, warum er das getan hat. Der Junge ist mir naemlich schon in der ersten Veranstaltung aufgefallen als wir begruesst wurden, aber ich habe keine Ahnung, was da meine Aufmerksamkeit auf ihn gelenkt hat. Es waere ein Gebetsanliegen, herauszufinden, warum ich mir so viel mehr Gedanken ueber ihn mache, als ueber die anderen Kinder. In diesem Sinne, Gottes Segen und alles Gute!

Katha

Dienstag, 14. Oktober 2008

uo jao sche tschong guo ren!

2008-10-14 Buero des Kinderheims Bethesda

Ping aan! Uo dschiau he ti-na! Uo sch dschiou suey! Uo men, o tsche ni han uo tschu zai Hua liaen zai Bi se da. Zai de guo, uo dschiou baba, maama han liang ge didi. Zai Hua liaen uo dschiou er sch didi han meimei han s laosche! Uo ai tamen! Han tamen ai uo!

Ja, das soll Chinesisch sein. Der verzweifelte Versuch einer Kurzzeitlerin, deren groesstes Problem es ist, die Sprache des Gastlandes zu verstehen. Und der Versuch, den Besuchern dieser Seite ein bisschen meine Situation naeher zu bringen. Die Uebersetzung dieses Textes... nein, ich werde das nicht uebersetzen, denn auch ich bekomme oft nicht das uebersetzt, was mir gesagt wird und muss versuchen, alles aus dem Zusammenhang zu erschliessen. Es muss dazu gesagt werden, dass dieses Chinesisch kein Chinese verstehen wuerde, da weder Toene eingezeichnet und die Woerter sehr stark romanisiert sind.

Ich habe mich mittlerweile gut hier eingelebt und bekomme ein wenig Routine in meiner Arbeit. Diese Woche habe ich Fruehdienst. Das heisst, um 5 Uh 45 morgens aufstehen, um halb 7 eines der Kinder wickeln, anziehen und ihm die Zaehne putzen und das Gesicht waschen. Danach Fruehstueck und dann gehts mit den Kindern ab zur Bushaltestelle, direkt vor unserem Heim. Im Schulbus sind immer drei Lehrerinnen oder zwei und eine Kurzzeitlerin. Wir helfen den Kindern aus dem Bus in die Schule und fahren dann wieder nach Hause.

Meine zwoelf Kinder gewoehnen sich an mich und jeden Tag bekomme ich Liebesgestaendnisse (uo ai ni!):-). Meine beiden Betreuungskinder gehorchen mir meistens ganz gut und die Hausaufgaben mit U tsch ue machen sehr grosse Fortschritte. Sie konnte naemlich keine geraden Striche ziehen als ich gekommen bin und wir haben das so lange trainiert, bis sie es konnte. Jetzt muss sie schon X und T ueben. Sehr gut! (hau bang!). Die beiden Zeichen sind hier uebrigens keine Buchstaben wie bei uns, sondern gehoeren zur chinesischen Lautschrift Boepoemoefoe! Da steht das X fuer U und das T fuer sh. Fuer den Chinesischunterricht muessen wir die Lautschrift lernen. Das hat zum Vorteil, das wir uns spaeter Geheimnachrichten schreiben koennen, die nur die Chinesen verstehen.
Heute hat Jenny sich einen Motorroller gekauft. Ich werde nachste Woche den Fuehrerschein dafuer machen und dann auch hoffentlich bald durch den taiwanischen Verkehr duesen!

Am Wochenende haben wir uns in der Tarokkoschlucht erholt. Da wurde mit einem Urstamm getanzt, viel gewandert, Affen beobachtet und natuerlich ganz viele schoene Fotos gemacht!

Davon spaeter mehr!

Mittwoch, 8. Oktober 2008

Stress???

Heute sind wir auf das Datum genau 4 Wochen hier. Waehrend ich diesen Eintrag vorverfasse, werde ich von den Kindern in den Rollstuehlen gerufen: "Tiii-nna dschiedschie!" (mein chinesischer Name + grosse Schwester). Wenn ich hinschaue, jauchzen sie vor Freude.
Vor mir huepft die kleine u ch ue herum, was den Jungen mit Downsyndrom (zao-schin-schi) dazu veranlasst, sie zu schubsen. Im Fernsehen laeuft ihre Lieblingsserie. Gerade wird Schiau kai lin hereingeschoben, der geduscht worden ist.

Ich arbeite Montags und Dienstags von 15 bis 21 Uhr in meiner Familie, Mittwochs von 14- 20 Uhr. Donnerstags habe ich Fruehdienst von 6 Uhr 30 bis 8 Uhr, was meine Arbeitszeit am Abend kuerzt. Freitags arbeite ich wieder von 14 bis 20 Uhr.

Ein Beispiel fuer einen typischen Arbeitstag (Montag oder Freitag)

6 Uhr 30 mein Wecker klingelt
aufstehen, schwimmen gehen, Fruehstueck
8 Uhr 30 Chinesischunterricht
9 Uhr 30 Freizeit
15 Uhr Hausaufgaben mit U ch ue, die gerade an meiner Kladde herumspielt
15 Uhr 30 spielen mit U ch ue
16 Uhr U ch ue duschen und foehnen
16 Uhr 40 Alu vom Schulbus abholen
17 Uhr Essen, dabei Lin schia hau fuettern
17 Uhr 30 Schiau kai lin Zaehne putzen und Gesicht und Haende waschen
18 Uhr 30 Andacht
19 uhr bis 20 Uhr bei der Kreativgruppe helfen
20 Uhr U ch ue Schlafanzug anziehen
20 Uhr 30 Bewertung der Kinder - waren sie artig, oder nicht?
danach; ab ins Bett!!
21 Uhr Feierabend

Ich bin Abends zwar immer hundemuede, aber ich weiss, was ich getan habe und die Arbeit macht mir ungemein Spass!

Sonntag, 5. Oktober 2008

Von Marathons. Roecken und Melonensaft

Der erste Eintrag auf meiner neuen Seite!

Sonntag, 5. September 97

Unsere erste Arbeitswoche ist vergangen und heute ist unser freier Tag.
Gestern stiegen wir recht frueh in den Samstag ein. Um sieben Uhr hiess es: Raus aus den Federn, duschen und schnell nach oben in unsere Familien. Naja, Federn ist uebertrieben, wer sich hier mit Federn decken will, hat wahrscheinlich kein Waermegefuehl:-). Deshalb schlafen wir unter einer normalen Decke, die fast so duenn wie ein Bettlaken ist.
In unseren Familien bekamen wir schicke rote Muetzen und Westen des Heimes zum anziehen, schnappten uns ein paar Kinder und brachten sie hinunter, wo sich alle versammelten. Denn wir sollten alle an einem Marathon teilnehmen, der hier in Hualien stattfand.

Am Stadion angekommen wurde noch rasch ein Gruppenbild gemacht und dann stellten wir uns an die Startlinie. Noch ein bisschen Gymnastik, laecheln fuer die Foto- und Fernsehkameras und dann gings los. Einen Rollstuhl vor mich her schiebend, drehte ich meine erste Runde im Laufschritt, danach wurden wir langsamer. Meine Gruppe, also das Maedchen in dem Rollstuhl, eine Helferin und zwei weitere Kinder, beendete den Lauf bereits nach einem Viertel der Strecke, sodass ich mich in Ruhe fuer den Brunch mit Monika und Jenny fertig machen konnte.

Am Abend besuchten wir den Gottesdienst einer Baptist Church. Nach einer Weile in der wir verlegen auf der Bank sassen, erbarmte sich dann auch eine Frau und uebersetzte den Gottesdienst fuer uns. Wir hoffen in der naechsten Zeit Anschluss an eine Jugendgruppe zu finden, vielleicht auch in dieser Baptist Church.

Heute morgen wollte ich eigentlich nach meiner langen Internetnacht ausschlafen, doch um 8 Uhr wurde ich vom Geschrei der Kinder meiner Familie geweckt, die sich fuer den Gottesdienst fertig machten und auf ihr "Taxi" warteten. Also drehte ich ein paar Runden im hauseigenen Schwimmbad und ordnete die Sachen in meinem Schreibtisch.

Um den freien Tag zu geniessen, machten wir einen Ausflug zum Strand und gingen danach auf den Markt in der Stadt. Am liebsten wuerde ich die Gerueche, Menschen und Geschaefte eines solchen Marktes nach Deutschland schicken, denn das sollte man erlebt haben. Shops um shops, meistens Schuh-, Schmuck- und Essenslaeden reihen sich aneinander und natuerlich riecht man besonders das Essen. Dazu die Roller, die sich ihren Weg durch die schmale Gasse bahnen, um ihre (bis zu 4) Fahrer mehr oder weniger mit Helm, Mundschutz, verkehrt herum angezogener Jacke und bei Regen noch mit knoechellangem Regencape nach Hause zu bringen. Taiwan ist schon ein vielfaeltiges Land! Ich probierte heute einen sehr leckeren Melonensaft. Bei den Roecken, die ich mir kaufen wollte, hatte ich jedoch weniger Erfolg. Zwar hatte ich am Ende unserer Tour doch welche gefunden, aber es ist leider eine Tatsache, dass die Taiwaner sowohl um einiges kleiner (jawohl, bis jetzt habe ich nur drei Menschen gesehen, die groesser sind als ich!), als auch um einiges schmaler sind als ich.
In den naechsten Tagen moechte ich versuchen, nicht mehr so oft im Internet zu sein, um mich noch mehr auf meine Arbeit zu konzentrieren.