Gestern ist mein letzter Monat in Taiwan angebrochen. Heute in einem Monat werde ich, so Gott will, wieder in Deutschland landen.
Die Abschiedsfeiern haben begonnen und diese Woche fanden bereits vier statt. Zunaechst wurde ich zu einem netten Essen eingeladen von den Lehrerinnen der Stockwerke in denen ich gearbeitet habe und meiner Chinesischlehrerin. Am Tag darauf folgte ein weiteres Essen, Feuertopf mit meinem Bibelkreis. Feuertopf ist ein Topf voller kochendem Wasser, in den man alle moeglichen Sachen hineintut, Tofu, Salat, Fisch, Nudeln, Gemuese... Dieses spezielle Restaurant bietet auch Lotusblumen an. Tut man diese auf seinen Loeffel und haelt sie ueber das kochende Wasser, oeffnen sie sich. Dann kann man, wenn man will, sie auch kochen und essen.
Gestern war die Abschiedsfeier der Kinder und gleichzeitig eine Party fuer die Kinder, die eine Schule abgeschlossen haben. Mit Gesang, Musik und Tanzvorfuehrungen, sowie den Vorstellungen der einzelnen Jubilanten war eine Stunde ausgefuellt. Danach fanden Spiele auf unserem Hof statt und es wurde gegrillt. Die Kinder werden allerdings noch einen Monat hierbleiben. Diese Feier war groesstenteils fuer die Jubilanten, es wuerde aber zu viele Umstaende machen, noch eine so grosse Feier zu veranstalten.
Am Abend ging es fuer mich gleich weiter mit dem Feiern. Nach meiner letzten Englischunterrichtsstunde wurden Fotos gemacht und es gab ein gemeinsames Essen. Dort habe ich (zum zweiten Mal) Schnecken gegessen. Hoert sich nicht so lecker an, schmeckt aber gut. Und man gewoehnt sich an alles. Naechste Woche sehe ich meine Schueler aber noch einmal, denn wir haben ihnen zu Weihnachten eine Freizeit in der Tarokkoschlucht geschenkt, die ich zum Grossteil leiten werde.
Ausserdem setze ich mich zum vorletzten Mal in den Zug nach Taipei, zum Missionsabschiedsfest, bzw. einer weiteren Konferenz mit unserer Verabschiedung. Beim naechsten Mal heisst es: endgueltig Abschied nehmen.
Donnerstag und Freitag bin ich im sonnigen Sueden, wo ich eventuell endlich mal im Meer hier schwimmen kann... vielleicht.
Einige Gebetsanliegen sind mir wichtig geworden:
- Bitte betet, dass ich mich an den Gedanken gewoehnen kann, abzureisen. Das Leben ist hier fuer mich zum Alltag geworden und interessanterweise ist es fuer mich ungefaehr so unreal dass ich schon wieder zurueckfliege, wie das ich nach Taiwan gekommen bin.
- Mir ist es wichtig, dass meine Klavierschuelerin irgendwie am Ball bleibt und ich eine Moeglichkeit finde, dass sie weiter unterrichtet wird.
- Ich habe fuer den letzten Monat noch einiges vor, wie Abschiedsgeschenke vorzubereiten, etc. Ich hoffe, dass ich das alles noch schaffe, irgendwie.
Dank:
- Vor kurzem war ein Taifun in der Naehe. Es war nicht sicher, ob er uns trifft, aber er ist an Taiwan vorbeigezogen!
- Ungefaehr vor zwei Wochen gab es ein starkes Erdbeben, bei dem wir aber auch Gott sei Dank! nur mit einem Schrecken davongekommen sind
-Dank, dass alle hier gesund sind, die Kinder, Mitarbeiter, Monika und ich
- Eine unserer Mitarbeiterinnen hat ein gesundes Baby bekommen
- Und zu guter Letzt: Dank fuer den Erfinder der Klimaanlagen, ohne den ich hier wahrscheinlich den ganzen Tag unbeweglich in der Ecke sitzen wuerde, weil jede Bewegung bei unserem tropischen Wetter den Schweiss hervorruft. Es ist schon interessant, wie viele Alltagssachen einen umgeben, die man uebersieht, fuer die man aber ziemlich dankbar sein kann...
Danke fuer eure Gebete!
Katha
Sonntag, 21. Juni 2009
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